Illegaler Welpenhandel & Überzüchtung — Warum wir handeln müssen
- Leonie Widnowski

- 7. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Immer wieder gelangen Welpen aus sehr jungen Alters oder aus unseriösen Zuchten in deutsche Haushalte — oft mit verheerenden Folgen: Krankheiten, Verhaltensprobleme, frühzeitiger Tod. Hinter dem Wunsch nach einem „süßen“ Hund steckt ein Markt mit großem Leid: illegaler Welpenhandel und Überzüchtung. Dieser Artikel beleuchtet aktuelle Zahlen, Ursachen, Risiken — und zeigt Wege auf, wie wir als Gesellschaft und Tierhalter*innen verantwortungsvoll gegensteuern können.
📊 Aktuelle Lage — Was zeigen die Zahlen über den Welpenhandel?
Laut der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN wurden allein von Januar bis Ende März 2025 bereits 149 illegal gehandelte Hunde- oder Katzenwelpen in Deutschland sichergestellt.
Bis zum Welthundetag 2025 hat VIER PFOTEN insgesamt 545 Welpen (489 Hunde, 56 Katzen) aus illegalem Handel, Schmuggel oder unseriösen Zuchten dokumentiert.
Der Deutscher Tierschutzbund meldete für 2024 224 Fälle illegalen Heimtierhandels — betroffen waren mindestens 515 Hunde und 66 Katzen. Viele der Tiere waren Rassehunde, wie z. B. Französische Bulldoggen oder Malteser — häufig mit auffälligen Erbkrankheiten oder schlechten Gesundheitszuständen.
Der Online-Handel bzw. Social-Media-Marktplätze bleiben der Hauptkanal für illegale Verkäufe: Rund 66 % der gemeldeten Fälle von 2024 bis 2025 stammen aus Internetanzeigen.
📌 Einschätzung: Diese Zahlen sind vermutlich nur die Spitze des Eisbergs — viele Fälle bleiben verborgen, viele Welpen kommen gar nicht erst in öffentliche Aufmerksamkeit.
⚠ Ursachen & Probleme: Warum boomt illegaler Handel und Überzüchtung?
Hohe Nachfrage + Wunsch nach bestimmten Rassen / „Designer-Hunden“
Viele Menschen wünschen einen bestimmten „Look“: kompakter Körper, große Augen, flauschiges Fell. Das treibt Züchter (legal wie illegal) an Überzüchtung — mit gesundheitlichen Risiken wie Atemproblemen, Gelenkerkrankungen, Immunschwäche.
Geld – und fehlende Regulierung
Illegale Händler und massenhafte Vermehrer (sogenannte „Puppy Mills“) profitieren von Profit und wenig Kontrolle. Insbesondere über das Internet lassen sich Welpen anonym und unkontrolliert anbieten.
Schlechte Informationen bei Käufer*innen
Viele wissen nicht, worauf sie achten müssen — Alter, Impfungen, Muttertier, Papiere, Gesundheitszustand etc. Der „niedrige Preis“ oder das „süße Foto“ verführt zu Spontankäufen.
Strukturelle Lücken bei Gesetzgebung & Handel
Bis vor Kurzem war der Handel über Online-Portale teils unreguliert. Erst jüngste Initiativen auf EU-Ebene zielen auf strengere Regeln.
Mangelnde Transparenz & Wegwerfkultur
Viele Tiere landen nach Problemen im Tierheim oder werden ausgesetzt. Das belastet Tierschutzvereine und Tierheime — und erschwert generelle Maßnahmen gegen Überpopulation und Missbrauch.
💔 Folgen für Tiere und Halter*innen
Gesundheitliche Probleme:
Erkrankungen
genetisch bedingte Leiden
geschwächte Immunabwehr.
Verhaltensstörungen:
Unsichere Sozialisation
Angst
Stress
Aggression.
Hohe Kosten & Herzschmerz:
Tierarztkosten
Therapien
manchmal Rückgabe
Aussetzung.
Belastung für Tierschutzvereine & Tierheime:
Überfüllung
zu wenig Ressourcen
Überforderung.
✅ Lösungsansätze & gute Praxis
Hier sind Ansätze, teils schon politisch angestoßen — aber auch, was wir als Einzelpersonen tun können:
Gesetzgebung & Politik | Gesetzliche Pflicht: Mikrochip + Registrierung aller Hunde/Katzen in EU-Datenbank; deutlich strengere Kontrolle von Zuchtstätten; Verbot unseriöser Online-Anzeigen. |
Transparenz & Kontrolle | Lizenzpflicht für Züchter:innen, verpflichtende Offenlegung von Muttertier, Wurfhistorie, Gesundheitszeugnissen; regelmäßige Kontrollen. |
Aufklärung & Bewusstseinsbildung | Informieren potenzieller Käufer: nahmhafte Quellen, Checklisten für Welpenkauf (Alter, Muttertier, Papiere, Gesundstatus, seriöser Züchter vs. Händler). |
Alternativen fördern | Adoption statt Kauf: Tierheimhunde, Tierschutzvereine, Rescue-Organisationen. |
Community & Verantwortung stärken | Sensibilisierung in Sozialen Medien, Engagement für Tierschutz, Vernetzung von Plattformen, die Wert auf Tierwohl legen – z. B. deine Plattform PetlyPlus. |
🧭 Mein Appell & was PetlyPlus leisten will

Als Plattform mit Fokus auf Tierschutz, Nachhaltigkeit und verantwortungsvolle Tierbetreuung ist es unsere Überzeugung: Tiere sind keine Ware — sie sind Lebewesen mit Rechten. Wir appellieren an alle Menschen, kritisch zu sein beim Tier-Kauf, Informationen zu hinterfragen, und im Zweifel lieber einen Tierschutzhund aufnehmen.
Bei PetlyPlus setzen wir auf Transparenz, Schulung und nachhaltige Verbindung zwischen Tier und Halter — und wollen mit unserer Reichweite Aufklärung leisten.
📣 Fazit
Der illegale Welpenhandel und die Überzüchtung sind kein Randproblem — sie sind ein massives, strukturelles Tierwohlproblem mit weitreichenden Folgen für Tiere und Gesellschaft. Mit klarer Gesetzgebung, Verantwortung bei Käufer:innen, Transparenz und Fokus auf Tierwohl können wir gemeinsam verhindern, dass weitere Tiere leiden.
Teile diesen Artikel, sprich mit Freund:innen — und trage dazu bei, dass ein Hund oder eine Katze kein impulsiver Kauf, sondern eine bewusste Entscheidung wird.


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